3.1 Wie sinnvoll ist die Hyposensibilisierung bei einer Hundehaarallergie?

Grundsätzlich ist eine Hyposensibilisierung in Form einer Injektionstherapie oder in Form von Tabletten oder Tropfen sehr sinnvoll, um die Symptome einer Allergie zu behandeln.

Auch bei einer Hundehaarallergie kann eine Hyposensibilisierung durchaus von Nutzen sein. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Allergie trotz der Behandlung nicht bessert.

Gerade bei Allergien auf Hunde-Allergene besteht das Problem, dass die Allergie oft rassespezifisch auftritt, das heißt, dass die Allergie nur bei einigen Hunderassen besteht.

Dies beruht darauf, dass die einzelnen Rassen über unterschiedliche Allergene verfügen. Während bei Katzenallergikern die Allergie auf jede Katze besteht, ist dies bei Hunde-Allergikern nicht zwangsläufig der Fall.

Im Prinzip würde man jetzt denken, dass dies ein großer Vorteil ist, da somit beispielsweise die Allergie nicht auf den eigenen Hund bestehen muss.

Das Problem liegt allerdings darin, dass eine Hyposensibilisierung zum Scheitern verurteilt sein kann, weil die Hunde-Allergene der Injektionslösung nicht mit den Allergenen des Hundes übereinstimmen, auf die man allergisch reagiert. Dies wäre natürlich fatal, wenn man sich auf seinen eigenen Hund immunisieren würde. In diesem speziellen Fall würde eine Hyposensibilisierung überhaupt keinen Nutzen haben.

Dennoch sollte man eine Hyposensibilisierung bei einer Hundehaarallergie unbedingt in Erwägung ziehen und einen Versuch der Immunisierung wagen.

Mittlerweile sind auch zahlreiche Ärzte der Meinung, dass die Hyposensibilisierung bei Tierhaarallergikern oftmals die beste Behandlungsmethode ist.

Nun werden viele Mediziner sagen, dass dies nicht stimme, denn einzig und allein die Allergenvermeidung ist die beste Therapie. Dies bedeutet jedoch, dass sich Hundehalter von ihrem vierbeinigen Liebling trennen müssen.

Wie kommt also diese Meinung zustande, dass eine Hyposensibilisierung sinnvoller sei?

Die Erklärung ist ganz einfach, denn Tierbesitzer haben sich bei Untersuchungen als äußerst störrisch erwiesen. Kanadische Ärzte untersuchten über 300 Patienten, die unter einer Tierhaarallergie litten. Da diese Patienten stark allergisch auf ihre eigenen Haustiere reagierten, wurde ihnen dringend geraten, sich von ihrem Tier zu trennen oder das Tier im Garten zu beherbergen und keinen Kontakt mehr zu ihnen zu pflegen.

Das Ergebnis dieser Studie überraschte sogar die Ärzte, denn lediglich 20% der Patienten befolgten den Rat der Ärzte und trennten sich von ihrem Haustier.

70% der Studienteilnehmer verhielten sich allerdings ganz anders als erwartet. Sie schafften sich direkt nach dem Tod ihres Haustiers einen neuen vierbeinigen Freund an und das, obwohl sie jahrelang unter ihren allergischen Beschwerden gelitten hatten. Die Liebe zum Haustier ist also bei den meisten Tierbesitzern wesentlich größer als vermutet und verdrängt sogar allergische Beschwerden, die dafür bekannt sind, dass sie ein allergisches Asthma bronchiale begünstigen.

Die Entscheidung der Tierbesitzer, dass sie sich aus Liebe zu ihrem Tier nicht trennen wollen, muss letztendlich vom Arzt akzeptiert werden. Und genau deshalb wurden in Dänemark und Schweden weitere Studien durchgeführt, um zu untersuchen, ob Hyposensibilisierungen bei Tierhaarallergikern sinnvoll sind oder nicht.

Bei diesen Studien zeigte sich, dass es bei 94% der teilnehmenden Allergiker während eines Belastungstests zu einer deutlichen Verbesserung und Abnahme ihrer Allergie gekommen ist. Tierhaarallergiker, bei denen eine Hyposensibilisierung durchgeführt wurde, reagierten ein Jahr später sogar im Hauttest wesentlich unempfindlicher auf die Tierhaar-Allergene.

Somit hat diese Studie bewiesen, dass eine Hyposensibilisierung bei Tierhaarallergikern durchaus sinnvoll sein kann.

Und seien Sie sicher, wenn Sie sich absolut nicht von Ihrem Haustier trennen möchten, sind Sie bestimmt nicht allein mit Ihrer Meinung. Auch wenn Ihr behandelnder Arzt die Hände über dem Kopf zusammen schlägt.

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